Der Zustand und die Zukunft der Piratenpartei Deutschland

Der gestern zu Ende gegangene außerordentlich-ordentliche Kombiparteitag der Piratenpartei war nicht nur völlig frei von jeglicher politischer Arbeit, er hat es noch nicht einmal geschafft, die drängendsten organisatorischen Aufgaben auch nur anzugehen. Anscheinend, das wurde mir aus vielen Gesprächen während des BPT klar, ging es in erster Linie um den Kampf der Anhänger zweier Verschwörungstheorien um die Deutungshoheit, für den die Piratenpartei in Geiselhaft und ihr Tod wissentlich und willentlich in Kauf genommen wurde.

Die eine Theorie, ich nenne sie die „Berlin-Verschwörung“, behauptet, dass „die Berliner“, auch gerne als „die Peergroup“ bezeichnet, alle Teil eines großen Klüngels seien, der in der Partei alle Fäden zieht und dringend überall entmachtet werden muss. Wer schon einmal in Berlin war, die Zusammensetzung unseres Landesvorstandes oder gar, wie ich als Teil des Berliner Landesschiedsgerichts, die dauernden Streitigkeiten innerhalb des Landesverbandes kennt, kann natürlich dieser Theorie nichts abgewinnen.

Die andere Theorie bezeichne ich jetzt einmal als die „Sekor-Verschwörung“, sie ist etwas komplexer, ich versuche aber trotzdem, sie hier nachvollziehbar festzuhalten. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, sind im folgenden verbürgte, nachprüfbare Fakten fett gedruckt, die sich aufdrängenden Interpretationen in normaler Schrift.

Im Oktober 2013 trifft sich der Landesverband Bayern in Sonthofen zur Neuwahl des Landesvorstands. Sekor, Stefan Körner, war Vorsitzender der bayerischen Piraten seit 2010 und sowohl parteiintern als auch nach außen das Gesicht des Landesverbandes. Er trat nicht noch einmal an. Wenn ein Landesfürst seine Position freiwillig aufgibt, kann dies nur bedeuten, dass er sich zu Höherem berufen fühlt.

Einen Monat später ist Bundesvorstandswahl in Bremen. Sekor kandidiert, und unterliegt, sehr zur Überraschung vieler, vor allem zu seiner eigenen, Thorsten Wirth. Thorsten ist einer der Piraten der ersten Stunde, war bereits von 2009 bis 2010 politischer Geschäftsführer und in diesem Amt sehr geräuschlos, ich konnte anfangs nicht viel mit ihm anfangen. Besonders hart muss es jedoch für Sekor gewesen sein, dass dieser profillose Typ ihm, dem Vater aller bayerischen Piraten, sein für ihn bestimmtes Amt wegnimmt. Das musste rektifiziert werden, so schnell wie möglich, egal um welchen Preis.

Die älteste und erfolgreichste Strategie, um einen Umsturz herbeizuführen, ist in Il Principe von Niccolò Machiavelli beschrieben: „Divide et impera“, spalte eine Gruppe in Untergruppen auf, dann kannst Du sie leichter besiegen, während sie sich gegenseitig aufgrund von Nickeligkeiten beharken. Diese Herangehensweise ist auch heute noch wichtiger Teil des geheimdienstlichen Zersetzungswerkzeugkastens, wie die von Snowden veröffentlichen Dokumente zeigen. Und was dem GCHQ recht ist, kann Sekor nur billig sein.

Eine Partei, die zwar irgendwie auch gegen Nazis ist, aber aufgrund fehlender politischer Bildung der meisten Mitglieder flächendeckend an die Extremismustheorie glaubt, lässt sich gut in “linksextremistische Krawallmacher” und “freiheitlich-demokratische Schreibtischantifaschisten” spalten. Über das Flaggengate wurde hinreichend viel geredet und geschrieben, über die von Anne Helm gewählte Protestform gegen Naziaufmärsche ebenfalls. Die Stimmung war jedenfalls am kochen.

In diese Situation trat die Marina Kassel, eigentlich eine Organisations- und Strukturkonferenz mit Vertreter_innen aller Landesverbände, wo Sekor mit absurdem Theater, dazu gehörte auch eine Inszenierung eines Telefonstreits mit Oliver Höffinghoff, den Sekor per Twitter angestachelt hatte, ihn anzurufen und dann der versammelten Marina, die natürlich nur die Sekor-Seite des Telefonats hören konnte, vorspielte, Oli hätte ihn bedroht, einige Landesverbände zu aufgeregten „Wir distanzieren uns von Gewalt!“-Statements verleitete. Über dieses Statement, die späteren Relativierungen oder Rücknahmen oder die Nichtunterstützung des Hessen-Vorlage entbrannte jedenfalls ein heftiger Streit, der die Partei in „radikal“ und „gemäßigt“ geführte Landesverbände aufteilte, die sich plötzlich unversöhnlich gegenüberstanden und darüber völlig aus den Augen verloren, wer eigentlich der politische Gegner ist.

Der Bundesvorstand hatte allerdings gemerkt, was für eine gefährliche Entwicklung sich dort vollzog und dass es destruktiv wäre, Öl in das eine oder andere Feuer zu gießen. Statt dessen versuchte er, zwischen den verkrusteten Lagern zu vermitteln, plante dazu beispielsweise eine Strategiekonferenz. Diese Bemühungen wären der weiteren Spaltung der Partei hinderlich, also musste die nächste Eskalationsstufe gezündet werden: Am 16. 3. traten Stephanie, Stefan und Björn, alle drei aus dem Sekor-Dunstkreis, nachdem sie zuvor alle Lösungsansätze blockiert hatten, zurück, ohne sich darüber mit dem Rest des Buvo abzustimmen, statt dessen bewarfen sie die verbliebenen Vorstände jeweils noch mit einer Handvoll Schmutz. Ziel war es, so den außerordentlichen Parteitag zu erzwingen, auf dem Sekor zum ersten Vorsitzenden gewählt werden würde. Die drei Zurückgetretenen wollten gerne unter einem 1. Vorsitzenden Sekor weiterarbeiten und gaben daher schnell bekannt, dass sie wieder für die Ämter, die sie soeben geschmissen hatten, kandidieren würden.

Der Restbuvo, von der plötzlich verdoppelten Arbeitsbelastung sichtlich überfordert und trotzdem nicht völlig realitätsfremd, sah jedoch keine Möglichkeit, noch an diesem Tag zum aBPT 2 Wochen später eine ausreichend große Halle im Oberallgäu zu sichern, wie die Basis scheinbar erwartete. Dies wurde von einigen Unruhestiftern als Anlass genommen, den Restbuvo weiterhin, durch mit Zeitablauf immer an den Haaren herbeigezogeneren und immer bösartigeren Vorwürfen zu attackieren.

Als dann endlich in Abstimmung mit der BPT-Orga eine passende Halle samt Terminvorschlag gefunden wurde, wurde sich weiter aufgeregt: Halle an der Saale sei ja viel zu nah an Berlin, ausserdem sei an diesem Wochenende schon so eine Bundeswehrveranstaltung in Bielefeld, zu der drei Piraten aus NRW bereits zu gehen geplant hatten. Dass aufgrund der ebenfalls an diesem Wochenende stattfindenden Fusion große Teile der „progressiven“ Piraten ebenfalls nicht zur Sekorwahlveranstaltung kommen würden, wurde dabei völlig übersehen.

Aber Sekor wollte lieber auf Nummer Sicher gehen und finanzierte aus dem Landeshaushalt Bayern ein Budget für 2 große Reisebusse, die Piraten in Bayern aufsammeln und ohne Zwischenhalt in Halle absetzen sollten. Der Bayernanteil an den Akkreditierten schien sogar den beim Parteitag im Mai 2013 in Sekors Heimatstadt Neumarkt zu übertreffen. Entsprechend war dann auch der messianische Auftrittsapplaus bei der Kandidatenrede des großen Wohltäters. Die Wahl Sekors war also eine reine Formsache.

Soweit zur Sekor-Verschwörung. Es kann natürlich auch alles nur Zufall sein. Interessant ist allerdings in diesem Zusammenhang auch die Kandidatur der taktischen Nuklearwaffe “der Berliner”, von Christopher Lauer, zum PolGF. Zwar weiß ich nicht, ob diese ernst gemeint war, <ironie>das stand im Peergroup-Tagesbefehl nicht drin</ironie>, aber dass die Versammlungsleitung, die sich auch sonst nicht viel Mühe gab, den Anschein von Neutralität zu erwecken, Christophers Kandidatur nach seiner Vorstellung, bei der die BPT-Versammlung vom Ausbuhen zum begeisterten Applaus übergegangen war, mit einer völlig abstrusen und zumindest anhand der GO, die der Parteitag beschlossen hat, durch nichts zu rechtfertigenden Begründung plötzlich nicht mehr zugelassen hat, ist sehr interessant: Lieber wurde ein Erfolg versprechender Anfechtungsgrund geschaffen als zu riskieren, dass die totale Dominanz des konservativen Umfelds bei den Vorstandswahlen auch nur einmal ins Stocken gerät. Statt dessen wurde ein PolGF mit erdrückender Mehrheit gewählt, der Andere gerne mal als Faschisten bezeichnet.

Ich sprach hier vom „konservativen Umfeld“ und nicht vom „rechten Flügel“, weil es meiner Meinung in der Piratenpartei de fakto keine Flügel gibt. Eine Partei, die in Flügeln oder Plattformen organisiert ist, hätte nämlich auf keinen Fall zugelassen, dass ein neunköpfiger Vorstand aus 8 Mitgliedern des rechten Flügels sowie einer nicht flügelgebundenen Person besteht.

Es gab am Sonntag noch ein kleines Treffen des gefühlt halben Parteitags im Foyer, wo darüber geredet wurde, wie die linken, progressiven, whatever Piraten besser vernetzt werden können. Die Diskussion soll am Donnerstag abend im Mumble weitergefürt werden. Diese „Foyerpiraten“, wie sie manche jetzt schon nennen, ist aber auch nur ein loser Haufen von ein paar Menschen mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen und Zielen, der weder den parteiinternen Stellenwert der Ema.Li in der PDS noch die innere Geschlossenheit des Andenpaktes in der CDU hat und von daher auch schon bald wieder vergessen sein wird.

Interessant zuletzt auch die Aussage, mit der Sekor seinen ersten Auftritt als Bundesvorstand in der Presse hatte: Wir Piraten sollten doch weniger twittern und mehr Kaffee miteinander trinken. Der Appell ist klar: Weniger öffentliche Diskussion, weniger Aufmerksamkeit auf Missstände, mehr Hinterzimmer, mehr Klüngel, mehr Abschottung, mehr „die gegen uns“. CSU mit Internet. Hat für Sekor ja scheinbar gut funktioniert. Was hingegen kaum Niederschlag fand: Die Aussagen Sekors und seines PolGF, dass ihrer Meinung nach die Piraten mit sozialen Themen keine Punkte machen können. 2011 hat für sie also nicht stattgefunden. Realitätsverweigerung, wie sie selbst die CSU nicht hinbekommen würde.

Was das Wochenende hinterlassen hat: Eine Partei, in deren Vorstand ein großer Teil der Partei, gefühlt die Hälfte der Mitglieder, nicht mehr vertreten ist. Der Anschein, für viele auch die Gewissheit, dass Putschversuche gegen demokratische gewählte Gremien in der Piratenpartei erfolgreich sein können. Und eine (Netz-)Zivilgesellschaft, die schon lange fremdelte, die Piratenpartei jetzt aber endgültig abgeschrieben hat.

Ich selbst bin noch nicht ausgetreten, sondern zunächst Zähne knirschend weiter dabei. Aber Post-aBPT habe ich jeden Glauben an eine Zukunft der aktuellen Piratenpartei verloren, die über eine 1%-Internet-ÖDP hinausgeht. Und ich bin jetzt sehr offen geworden für Alternativen, seien diese in Abspaltungen, Neugründungen oder gar ganz anderen Parteien zu suchen. Denn die Themen der Piratenpartei, und zwar alle, sind einfach zu wichtig, als dass wir sie der Egoshow einzelner Mitglieder opfern dürften.

32 Responses to “Der Zustand und die Zukunft der Piratenpartei Deutschland”

  1. Ursula Bub-Hielscher says:

    Hi Simon,

    danke für Deine Beschreibung der Entwicklung. Ich kann total verstehen in welcher Gemütslage sich viele von Euch Jüngeren, die Jahre und Kraft in diese Partei gesteckt haben, jetzt befinden.
    Ich würde mich trotzdem – eben weil es vielleicht 2000 Jahre dauern wird, bis die Menschheit begreift, welchen Irrsinn sie betreibt – sehr freuen, wenn Du beim Treffen der #Foyerpirat*innen dabei wärest. Austreten und was Neues auf die Beine stellen können wir, nachdem wir erst mal miteinander gesprochen haben, immer noch!
    Liebe Grüße
    Ursula

  2. Detlef says:

    Das übliche gejaule. Sehr einseitig und nicht neutral. Die Sicht eines Verlierers.Wenn es so war wie hier dargestellt hat die “andere” Seite gepennt obwohl so nahe an Berlin. Ich denke die meisten Piraten wollen keine Deutschland-Hasser, links-Radikale die bereit sind ihre Politischen Ziele mit Gewalt umzusetzen. Das Signal war eindeutig.

  3. Dem letzten Absatz kann ich nur zustimmen und möchte Dich aus ganzem Herzen ermutigen, intensiv mögliche Alternativen zu erkunden!

  4. Wido Franke says:

    Hallo Simon,

    vielen Dank, dass Du Dir die Mühe gabst, Deine Sichtweise zu erläutern. Ob an der einen oder anderen VT was dran ist mag ich nicht bestätigen oder dementieren, weil ich es nicht kann.
    Was ich kann, ist meine Sicht der Dinge darlegen.

    Nach der Vorstandswahl im Dezember gab es kurz hintereinander 5 saftige Ohrfeigen von progressiven Mitgliedern an alle gemässigten Mitglieder.
    – 1V schiebt die alleinige Schuld an der Eskalation in HH der Polizei in die Schuhe.
    – Oliver hängt auf dem BPT die umstrittenen Flaggen auf.
    – Annes und Mercedes Aktion in Dresden
    – Mercedes Aktion an der russischen Botschaft

    Statt zu bemerken, “uiii.. Die Aktionen haben innerparteilich doch nicht den gewünschten Erfolg gehabt”, Verantwortung für das Handeln zu übernehmen und Konsequenzen draus zu ziehen. Also zu deeskalieren, wurde eskaliert. Wie oft Kritiker der Aktionen als Nazis bezeichnet wurden, ist unzählbar.

    Und natürlich ist es klar, dass wenn die eine Seite auf stur stellt, die andere immer weiter eskaliert und sich dann die Fronten verhärten.

    Oliver forderte in einem Tweet vor ca 5 Monaten, wir sollen uns Mehrheiten beschaffen und genau das haben wir getan. Bisher habe ich bei Akzeptanzwahl immer diejenigen nicht angekreuzt, die ich überhaupt nicht im Vorstand haben wollte. Jetzt am WE hab ich ausschliesslich diejenigen gewählt, die ich im Vorstand sehen wollte. Ich glaub, das haben diesmal sehr viele gemacht, da zumindest im Bereich meiner Wahlurne weniger Kreuze auf den Wahlzetteln waren, als sonst.

    Was ich aber so überhaupt nicht verstanden habe:
    Spätestens nach dem 3. Wahlgang hätte den progressiven Piraten auffallen müssen, dass es nicht ohne die gemässigten Piraten geht. Statt eines GO-Antrag auf Unterbrechung und bitte um eine Aussprache, in der man hätte sagen können: “Hey! Wir haben gemerkt, dass es nicht ohne Euch geht, wir versprechen Euch in Zukunft unsere Aktionen mit mehr bedacht zu planen. Wir sind alle Piraten und wollen zusammen mit Euch die Partei, die Kommunen, die Länder, den Bund, Europa und die Welt rocken!” Kam zu erst das Gebashe von Christopher gegen die Versammlung und dann am Sonntag von Anke. Der aBPT war ein Muskelspielen von den gemässigten Piraten, die damit zum Ausdruck bringen wollten, dass wir sehr wohl Eure Ideen unterstützen und in die Gesellschaft tragen wollen, aber bitte lasst in Zukunft zweifelhafte Aktionen, die andere Leute vor den Kopf stossen könnten.

    Und hiermit kommt meine Bitte an alle Piraten. Ob progressiv oder gemässigt, ist mir egal. Die Piraten bestehen aus beiden Teilen und brauchen auch beide Teile. Lasst uns Gräben zuschütten, lasst uns gemeinsam die Kommunen, Länder, den Bund, Europa und die Welt rocken! Die Welt braucht uns. Die Progressiven, mit den tollen Ideen, aber auch die Gemässigten, um diese Ideen auch in die Mitte der Gesellschaft transportieren zu können.

    Viele Grüße aus dem alten Land (bei Hamburg)

    Wido

  5. Friedel says:

    Toller Text. Kann ich so unterschreiben.
    Nur eine Randbemerkung:
    Die Dresdenaktion von Anne Helm sehe ich als einen zentralen Teil des ‘Divide et impere’.
    Wer immer ihr dazu geraten hat (sie selbst halte ich für absolut glaubwürdig und ernsthaft), hat ihr und vor allem der ganzen Piratenpartei einen Bärendienst erwiesen. Jeder halbwegs Gescheite konnte im Vorhinein wissen, dass eine solche Aktion die Partei (gerade nach dem “Fahnengate”) in zwei Lager spalten wird und sogar an den Rand der Auflösung bringen kann. (Ich gehe davon aus, aber das ist natürlich nur eine Vermutung, dass die Berater der Dresdner Aktion der Partei bewusst schaden wollten. ‘Linke’ waren das auf jeden Fall nicht.)

    Es ist dann auch genau das eingetreten, was jeder voraussagen konnte:
    Die ‘Liberalen’ haben dank der “skandalösen” Dresdenaktion das Ruder an sich reißen können.
    Die ‘sozialen Piraten’ (ich sage bewusst nicht ‘die linken Piraten’) werden an den Rand gedrängt und sehen sich nun in Rechtfertigungsnot.
    Das soziale Thema ist auf Eis gelegt.

    Alles in allem sieht es für die Piraten düster aus, und das kann die anderen Parteien sehr freuen.

    Eines erscheint doch offensichtlich:
    Eine solche Piratenpartei braucht keiner!

    In Zukunft wählen die Menschen (die wenigen Piratenwähler, die noch übrig geblieben sind) gleich die liberalen Originale.
    Die sind zwar nicht so unterhaltsam, treten aber insgesamt professioneller auf.

  6. David says:

    Zur Sache mit den Bussen:
    Der LV Bayern hat 2,5* Busse aus der Verbandskasse bezahlt, der LV Niedersachsen und der LV Schleswig-Holstein jeweils einen. Bayern hat laut Bundeswiki 5762 (781 stimmberechtigte) Mitglieder, Niedersachsen 2549 (492) und Schleswig-Holstein 923 (212).
    Zur Größe der Busse konnte ich nur herausfinden, dass der von SH 46 Mitglieder transportieren konnte. Insgesamt fällt Bayern aber, wie man sieht, keineswegs aus der Reihe.
    In diesem Kontext interessant: https://twitter.com/jottes/status/483557476399583233/photo/1

    *Zwei wurden voll bezahlt und ein dritter zur Hälfte aus Spenden, zur andren Hälfte aus der Verbandskasse: https://piratenpartei-bayern.de/2014/05/05/bptbus-2/

  7. kleenerspinner says:

    Fernab jeglicher Realität, aber zum Glück liest das eh keiner ausserhalb der Partei. Innerhalb der Partei wissen wir alle selbst was wirklich gelaufen ist.

  8. Andena says:

    Mit diesem quengeligen Geschreibsel hast Du Dich selber disqualifiziert auch nur irgendwann einmal wieder die Piratenpartei zu vertreten.

  9. MK says:

    Hallo Simon,

    bei aller persönlicher Sympatghie, aber dein Text sagt mehr über dich und die Qualität deiner Meinungsbildung aus als über Sekor.
    Ich glaube nicht, dass die Zurückgetretenen unter einem Sekor-Einfluss standen. Dem Interview im Weser-Kurier mit Inside-Ex zu urteilen war der Mensch als V1 nun einmal grandios fehlbesetzt. Die Rücktritte wurden beim BPT offensichtlich demokratisch bestätigt.

    Deine Auslegung vom Kaffee-statt-Twitter-Argument ist erstaunlich böswillig, ich habe eigentlich einen besseren und intelligenteren Eindruck von dir. SELBSTVERSTÄNDLICH ist in IRL-Kontakt sinnvoller und weniger kontraproduktiv als das Twitter-Geflame, das uns nicht weiter bringt.

    Bei dem Foyertreffen waren bestenfalls 200 von fasr 1.100 Leute anwesend, was “gefühlt der Hälfte” nicht einmal nahe kommt. Auch die Ergebnisse für Sekor, die du “gefühlt” als nicht repräsentativ anerkennst, sprechen eine eindeutige Sprache. Könnte es sein, dass vielleicht deine Filterbubble eine Justierung vertragen könnte?

    Nach den “progressiven” wie Ponader, Peukert und Wirth bin ich dankbar für jeden Vorstand, der den Grad an Selbstbeschäftigung auf ein erträgliches Maß herunter fährt.

    Da stellt sich mir die Frage: Was willst du mit dem Beitrag bezwecken? Deiner Peergroup imponieren? Die interessiert seit dem WE außerhalb Berlins genau niemanden mehr.

    Übrigens: Aus NRW sind 90% auf eigene Kosten (ohne Bus) angereist. Denen war es das wert. Die schwache Beteiligung aus Berlin bei diesem Quasi-Heimspiel zeigt unübersehbar, dass ihr gewisse Probleme habt. Wäre sinnvoller, wenn ihr eure Energie daraif verwenden würdet, euren eigenen Laden in Schuss zu bringen. Das Stänkern und VTlern ist nicht hilfreich. Und ich schätze dich als clever genug ein, dass du das weißt.

  10. Tom says:

    Guter Text, der das wesentliche erfasst hat.
    Eine Parteispaltung ist eine Empfehlung: Berlin sitzt im AGH und in diversen BVV, hat dazu einen etablierten Stand bei Untersuchungsausschüssen, und noch eine gute Vernetzung mit anderen Parteien und (linken) NGOs.
    Diese merkwürdige “Rest Piratenpartei” schadet Berlin nur. Lasst sie ihre bayerische CSU machen und untergehen. Und in Berlin macht Ihr weiter solide Politik.

  11. Andreas says:

    Ich denke Du liegst falsch. Für Deine Kritik an unzureichender politischer Ausrichtung schreibst Du sehr wenig darüber, wo Du Dir die Partei wünscht. Ich bin mit dem Ergebnis des BPT zufrieden. Ein Ego haben wir alle, die Show machst auch Du.

  12. Lothar Lammfromm says:

    Zu:
    “Der (…) aBPT (…) war nicht nur völlig frei von jeglicher politischer Arbeit, er hat es noch nicht einmal geschafft, die drängendsten organisatorischen Aufgaben auch nur anzugehen.”

    1. Das ist sprachlicher Superlativismus, eine unglückliche Formulierung, die an sprachliches Gaga grenzt. Dieses: “auch nur anzugehen”. Diese Steigerung von “nicht anzugehen” mittels “auch” ist nicht nur unsinnig, zeigt aber dein Denken: Dieses ist eskalativ bzw. aufs Maximale gerichtet. Sogar dort, wo es nicht möglich ist…

    2. Die drängendste organisatorische Aufgabe war die Wahl eines neuen Bundesvorstands. Leider haben viele Parteilinke wenig Interesse an dieser Aufgabe gezeigt, was auch der Rückzug der Kandidaturen von Parteilinken zeigt. Schade drum, ein politisch gemischter BuVo hätte vielen in der Partei, auch mir, besser gefallen.

    3. Es liegt – das ist durchaus zu bedauern – an der Struktur dieses Parteitages, der zu 99 Prozent halt ein aBPT war, dass hier nur ein BuVo gewählt weden konnte. Das war allen vorher klar. Hinterher darüber zu jammern, um dass dieser Parteitag so wenig inhaltlich gewesen wäre, das zeigt, wie sehr du noch in Tendenzen befangen bist bzw. aus einer massiven Enttäuschung heraus schreibst.

    4. Wären die Wahlen für den BuVo so gelaufen, wie du es dir erhofft hättest, dann hättest du diesen aBPT im Nachhinein bejubelt. Menschlich verständlich, aber – pardon – dein Wille zur Objektivität ist in deinem Beitrag kaum erkennbar.

    Das wirst du in zwei Wochen, wenn die Enttäschung verraucht ist und sich die nächsten Parteigates zeigen, vielleicht dann auch so sehen.

  13. Lothar Lammfromm says:

    Zu:
    “Es gab am Sonntag noch ein kleines Treffen des gefühlt halben Parteitags (…)”

    Das ist sehr treffend von dir formuliert worden! Aber anders treffend, als du es geplant hast:

    Wenn von 1.050 Akkreditierten sich 150 Leute (das ist eher großzügig geschätzt) in Foyer treffen, dann mag es schon sein, dass sich diese klare Minderheit als “gefühlt” die Hälfte versteht.

    Nur, das ist nicht einmal ansatzweise der Fall! Wärend also 150 Leute im Foyer beratschlagt haben und Anne abfeierten (pardon: Wofür noch einmal genau? Dafür, dass sie uns mindestens ein EU-Mandat gekostet hat?) gingen BuVo-Wahlen weiter – und zwar mit über 700 Teilnehmern. Das ist gemessen daran, dass vor dem Foyer-Treffen (inkl. der LV-Berlin-Leute und einiger Parteilinker) noch 870 Leute abgestimmt haben, ein deutlicher HInweis auf die Größe des Foyer-Treffens. Das sind, rein rechnerisch, im Maximalfall 170 Leute. Nur, gab es zu diesem Zeitpunkt sicherlich schon diverse andere Piraten, die sich nach Hause bewegt haben – und eben nicht zum Treffen ins Foyer gingen.

    Es waren also deutlich weniger als 170. Eher so 120 bis 130 Personen. Und ob hier der größte Teil sich auf eine destruktiv wirkende Parteispaltung setzt, das bezweifel ich energisch.

    Davon träumst nur du. Und ein paar Dutzend Leute aus deiner – pardon – Filterblase. Ihr habt die Situation in der Partei völlig falsch wahrgenommen, weil ihr zu sehr im eigenen Saft geschmort habt.

    Und was zieht ihr als Parteilinke, mit dem Schwerpunkt LV Berlin, für einen Schluss daraus? Noch mehr Selbstreferenzialität: Ein Teil möchte eine Plattform (finde ich okay), ein anderer eine Parteispaltung unter lautem Krachen.

    Diesen letzten Teil betrachte ich als politisch verantwortungslose, selbstbezüglice schlechte Verlierer. Nur – jetzt kommt mein Punkt: Das sind doch nur ein paar Dutzend Leute. Was werden die schon für tolle Sachen bewegen, in ihrer neuen “Partei”?

    An deiner Stelle würde ich die Strategien von Höfi & Friends etwas kritischer betrachten.

  14. Sir Thomas Marc says:

    Schade, weder die versöhnlichgereichte hand, noch die Mehrheiten werden respektiert. So nicht. Das ist eine echte Zumutung. Bei aller Liebe und Sympathie für die Sache und meine Haltung zu Anne, die Anne und Oli und viele im Umfeld kennen. So nicht.

  15. Lieber Pirat says:

    Lieber Simon,
    wir kennen uns fast 10 Jahre – in denen unheimlich viel sich änderte, und einiges fast überhaupt nicht.
    Äußerlich bist Du das volle “Anti-Opfa, bzw. ein “erfolgreicher Täter”, der unheimlich viel Macht,.. hat – die Funktion im AGH/.. hat Dir viele neue FreiheitsGrade gebracht.
    Innerlich hat sich evtl. zwischen einigen fast alle ähnlichen, begabten (Ex-)Jugendlichen betreffenden menschlichen BildungsMängeln sowie den Folgen von Party/..Exzessen scheinbar wenig getan.
    Büdde schaue, daß Du ganz stark und wieder möglichst gesund wirst!
    Entschuldigung, daß ich weder Dir genug helfen konnte, noch alle Folgen Deines LebensWandels jetzt ausgleichen mithelfen könnte.
    Insgesamt wirkst Du wie fast alle 15Piraten ziemlich geplättet – kannst gerne GrünGlück-Kur machen… mit ErgänzungsProgramm (jüdischer) Humor. :-)

  16. Ipomoea violacea says:

    Ich favorisiere ja eher soziale Dynamiken vor geheimen Verschwörungen, auch wenn die ganzen Kampagnen tatsächlich den Eindruck erwecken, daher finde ich muss tiefer angesetzt werden als bei den Symptomen eines Streits, den es bei den Piraten irgendwie ja von Anfang an gab.
    Die Piraten sind nicht als eine soziale Bewegung gestartet, sondern sie sind als breiter Querschnitt aus der netzaffinen Bevölkerung hervorgegangen, die plötzlich alle die gleichen Probleme sahen, nämlich dass sich der Staat zunehmend in verschiedenster Weise am Internet zu vergreifen begann. Die gemeinsamen Probleme waren aber schon immer nur der kleinste gemeinsame Nenner.
    Selbstverständlich sind unter diesem Bevölkerungsquerschnitt quasi alle politischen Lager vertreten aber auch die Unpolitischen, die sich quasi nur “aus Notwehr” für Politik interessieren, weil sie zum ersten mal in ihrem Leben gemerkt haben, dass auch sie von schlechter Politik betroffen sein können, ihr Spielzeug nicht kaputt machen lassen wollen: Killerspiele, Netzsperren, Filesharing. Wenn man böse wäre, könnte man sagen, das sei “Politik aus Egoismus”, es sollen nur Probleme gelöst werden, die einen auch persönlich betreffen. Alles andere ist nur eine Verwässerung der “Kernthemen”.^^
    Unter die Unpolitischen reihen sich allerdings auch die ein, die prinzipiell mit den Programmen von SPD, Grünen, FDP und vielleicht auch CDU außer bei ihren Kernthemen prinzipiell einverstanden sind, und sich quasi als Korrektiv verstehen, so wie die Grünen heute ein ökologisches Korrektiv für CDU und SPD sein wollen.
    Mit den beiden letztgenannten Gruppen ist (außer man glaubt an Wunder) nicht im Traum an eine progressive oder linke Politik zu denken. Die wollen ihre ganz persönlichen Anliegen nicht für Experimente riskieren und werden sie daher immer hinten anstellen/ nicht glaubwürdig vertreten/ ggf. umfallen, wenn es darauf ankommt. Sie fallen wie man sieht auch bei Bedarf denen in der Partei in den Rücken die mehr vorhaben, was für mich als Beobachter dieses Schauspiels ziemlich unansehnlich (und, außer ich würde in Berlin wohnen auch unwählbar) ist.
    Die Piraten verbrennen aufgrund dieses unglücklichen Gefüges nun schon seit vielen Jahren engagierte Leute und mögliche Wähler. Man kann in jeder verdammten Kommentarspalte in jedem beliebigen Piratenblog lesen, dass die Partei bis oben voll mit Leuten ist, mit denen links und progessiv nicht geht. Es macht daher keinen Sinn so ein Spektrum in einer Partei zusammenzuhalten, da es letztlich nur zu einem führt: Ein Kampf, der eigentlich über Wahlen ausgetragen wird, wird dauerhaft in dieser Partei geführt und macht diese so unwählbar, wie man sieht.

  17. _Flin_ says:

    Ja ne, is klar. Der neue PV hat den Putsch von langer Hand mit geheimdienstlichen Taktiken geplant, und brennende Dinge auf Botschaften zu werfen ist voll in Ordnung.

    Die einen sind die heldenhaften Antifaschisten, die Anderen machen einen Putsch. Ist wahr, weil fettgedruckt.

  18. Michael says:

    1. Wenn du wirklich an diese, deine Theorie, glaubst, dann solltest du wirklich die Piraten verlassen. Allerdings sei dir gewiss, keine andere ernsthafte Partei würde dir länger ein Forum bieten, solchen Unsinn zu verbreiten.

    2. Herr Wirth wurde hinlänglich darauf hingewiesen, dass seine Einstellung zum staatlichen Gewaltmonopol nicht der eines Demokraten entspricht. Nachdem er dieses nicht wahrhaben, der Buvo sein Statement zu Hamburg nicht ändern wollte und alleinig die Schuld bei der Polizei sah, obwohl es im Vorfeld Ankündigungen gab, dass diese Stadt brennen würde, stand er und die Arbeit des Buvo im Fokus von vielen Piraten. Jegliche weitere Handlung wurde daraufhin untersucht, ob diese mit einer Arbeit in einer Partei vereinbar ist, ob Herr Wirth mit seinen Ansichten nicht schon im Bereich der Verfassungszweifler, wenn nicht gar der Verfassungsfeinde agiert.

    Das Flaggengate lasse ich hier mal aus, da es eine Aktion war, die überraschend kam und einen ganzen Parteitag überrumpelte.

    3. Völlig unglaubwürdig wurde Herr Wirth und auch andere Mitglieder des Buvo, als signalisiert wurde, man würde dem ersten Abstreiten von Anne Helm an der Aktion in Dresden beteiligt gewesen zu sein Glauben schenken. Das Festhalten an der offensichtlichen Lüge und die Machtlosigkeit diese schnell und effektiv gegenüber der Presse auszuräumen, hat die Partei nachhaltig geschädigt und entscheidend dazu beigetragen, dass die Europawahl verloren wurde. Hätte man schnell gegengesteuert, wäre die Geschichte nie so groß geworden….und ein kleiner Fehler wäre ein kleiner Fehler geblieben.
    Dieses Festhalten an der Lüge und das anschließende Verbreiten man hätte dieses tun müssen, um Anne Helm zu schützen (was sinnlos war, angesichts der Offensichtlichkeit der Teilnahme und der Lüge) haben die Piraten geschädigt und der von dir vertretenen Strömung innerhalb der Partei einen Bärendienst erwiesen.

    Herr Wirth hätte nur 1 und 1 zusammenzählen müssen, um zu bemerken, dass der Großteil der Landesverbände unter den Piraten im Anschluss nicht mehr hinter ihm stand.

    Selbst in Berlin wurde schließlich Mercedes Reichenbach (die zweite Beteiligte der Aktion n Dresden) so deutlich nicht in den Lavo gewählt, was dir verdeutlichen sollte, dass viele Piraten in Berlin nicht bereit sind, solchen Unsinn und solche Leute in Ämter mit Verantwortung zu wählen – was auch Piraten außerhalbs von Berlin deutlich machen sollte, dass es nicht “die Berliner” gibt. Es sind vielleicht nicht die lauten und auffälligen Mitglieder in Berlin, aber viele die mit der Aktion und den dahinterstehenden Personen nichts anfangen können.

    4. Das anschließende Auseinanderfallen des Buvo war nur noch das Ergebnis, als keine ernsthafte Aufarbeitung des Fail unter 3. stattfinden sollte und aktiv verhindert wurde. Das geplante monatelange Zerreden im Rahmen von Konferenzen hätte nur dazu gedient, weiter am Mythos zu arbeiten, die Lüge wäre zum Schutz notwendig gewesen.

    5. Der neue Buvo ist Ergebnis einer demokratischen Wahl auf einem Parteitag, bei dem Mitglieder aus den Landesverbänden Berlin, Sachsen und Brandenburg verhältnismäßig zu den Anteilen in der Gesamtpartei überproportional vertreten waren.
    Versuche also nicht zu behaupten, das Ergebnis hätte anders ausgesehen, wenn nur “die Richtigen” teilgenommen hätten, was du mit deinen Feststellungen zu Bussen aus Landesverbänden tust.
    Das Ergebnis der Wahl ist durch die Punkte 2 – 4 bedingt, aber genauso aufgrund einer monatelangen Schlammschlacht in der jegliche Kritiker als Nazis bezeichnet wurden, als die öffentlich sichtbare Piratenpartei immer weiter in Richtung eines diffusen Extremismus abdriftete, Rechtsstaat und parlamentarische Demokratie verhöhnt wurden.
    Der neue Buvo ist zudem, und das solltest du dir bewusst machen, auch Ergebnis von Fehlern durch Berliner AGHler, die irgendwie andeuten, dass sie eine andere Staatsform als die bestehende bevorzugen würden, dieses nur nicht deutlich aussprechen und sich hinter Begriffen wie Anarchosyndikalismus und Progressiv verstecken. Bis heute ist im Ergebnis unklar, wofür der angeblich progressive Flügel stehen soll.

    Akzeptiere die Wahl der Mehrheit der Piraten, oder tritt aus. Dein Blogpost ist parteischädigend.

  19. DerfairePirat says:

    Lieber Siemon, Lange nichts von Dir gelesen.
    Das liegt wahrscheinlich an mir und es fällt mir etwas schwer mit meinem Einleitungssatz meinen Piratennamen keine Ehre zu machen.

    Aber wenn ich Deinen Text lese, in dem Du die 1. VT (Berliner Bärchen) verbindlichst und die 2. (Sekor), wirr ausbreitest, tust Du mir einfach nur leid.

    Noch mehr leid tut mir, dass Du als bezahlter Repräsentant, die Piratenpartei in einem Parlament vertrittst.

    Sekor muss jetzt erst Mal zeigen, dass er seiner neuen Aufgabe als 1V (nicht 1VT) gewachsen ist und dass er mit der Basis, den Themenbeauftragten und den anderen Vorstandsmitgliedern bewirkt, dass wir unsere Programmpunkte leben und sie mit den Menschen, die keine Piraten sind diskutieren. Wenn es uns gelingt, damit gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu bewirken, werden auch die Medien sich wieder für Piraten interessieren.

    Vielleicht hast Du ja dazu auch noch etwas Sinnvolles bezutragen.

  20. text lesen vielleicht says:

    Die Hälfte der Kommentatoren hat den Text nicht gelesen/verstanden.
    Das ist nämlich das eigentliche Problem. Scheuklappen auf und durch.
    Das steht ganz eindeutig “Jetzt kommen zwei VT’s” und ihr macht da draus “der hat behauptet das”
    Dann kommt das übliche FDGO gejaule von Gewaltmonopol und jemand hat ne komische Einstellung dazu. Einfach langweilig.

  21. Der Chöne Pernhardt says:

    Geiler Text, danke. Es gibt zwei Verschwörungstheorien. Und eine ist voll wahr!!11elf!!!

    Habe hart gelacht, gerne mehr davon

  22. Lothar Lammfromm says:

    @ Simon
    Ich finds sehr cool, dass du meine Diskussionsbeiträge frei geschaltet hast!

  23. Lothar Lammfromm says:

    Nachtrag: Wirth ist ausgetreten. Peukert ist ausgetreten. Alusruh spielt gerade mit dem Gedanken. Walsonde trat aus. Höfinghoff möchte gerne mit kompletten Landesverband austreten und eine neue Partei gründen – ist sich aber noch unschlüssig, ob er das wirklich will. Christoper Lauer ist gerade in allerbester Austrittsstimmung. Das sind nur wenige Beispiele von vielen.

    Alles in allem bis jetzt schon deutlich über 100 Parteiaustritte, von Sonntag Mittag bis Dienstag Mittag. Oh, und auch schon fast so viele Parteieintritte. Ein Kommen und Gehen. Die Richtungsentscheidung ist geklärt. Diese Partei ist seit Sonntag nicht mehr die gleiche, die sie davor war.

  24. Ipomoea violacea says:

    Selbstverständlich ist mir die monatelange Hetze gegen den letzten BuVo und die Progressiven nicht verborgen geblieben. Ich habe gesehen, wie sich die Leute gegenseitig mit immer neuen Gerüchten hochgeschaukelt haben. Unterwanderung, Gewaltberetischaft, Demokratiefeindlichkeit, Veruntreuung von Geldern, hahnebüchene Satzungsauslegungen, es gab beinahe keine Unterstellung, die nicht vorgebracht und breitgetreten wurde. Jeder noch so an den Haaren herbeigezogene Vorwurf wurde mit Kusshand angenommen und weiterverbreitet. Ein Süppchen aus Parteimitgliedern, Exparteimitgliedern und anonymen Hetzern hat monatelang nichts anderes gemacht, als alles zu Kleinholz zu zerschlagen.
    War das nun eine Verschwörung?
    Semrau, Bartels und Schmiedke haben sich ganz offensichtlich gegen den restlichen Buvo verschworen, das ist inzwischen von ihnen selbst zugegeben worden. Sie wollten den Kurs der Partei mit allen Mitteln ändern, nachdem sie demokratisch unterlegen sind. Ihre Gesinnungsgenossen erkannten die Gunst der Stunde und sind dankbar darauf eingestiegen.
    Es wurde ausgiebig beklatscht, bekanntermaßen auch von einigen Landesvorständen, die sich über fragwürdige Stellungnahmen zur Unterstützung der Zurückgetretenen bekannt haben und von “Gewalt” distanzieren wollten, die es nie gab. Dann gab es da noch die BSG klagen, gegen den BuVo und gegen den aBPT, die von den politischen Gegnern der Progressiven gefeiert wurden. Es gab den Piratensumpf, den Kompass usw.. Teile dieser Partei verwandeln sich offenbar bei Bedarf in einen hetzerischen Mob.
    Es kann also, auch wenn jetzt von genau diesem Mob nach gewonnener Schlammschlacht zu Handreichungen kommt, nicht von einem Sinneswandel ausgegangen werden. Dieser Mob wird sich jederzeit wieder formieren, sobald in dieser Partei etwas Richtung links oder progressiv fahrt aufnimmt und damit ist die innerparteiliche Demokratie auf Dauer beschädigt. Broken and far beyond repair. Wäre ich in dieser Partei würde ich dringendst nach einer Exit-Strategie aus dieser Spießerhölle suchen.

  25. k1l says:

    Hallo Simon,
    ich finde es gut, dass die “Sekor-VT” mal komplett aufgeschrieben und dargelegt wird.

    Allerdings fällt schon alleine bei deiner Gewichtung der beiden gegeneinander stehenden VTs auf, auf welcher Seite du dich verortest.
    Der Punkt an dem die Sekor-VT bricht ist der Punkt an dem man sich bewusst macht, wie er die Ursprünge der Vorfälle hätte lancieren sollen. Das er in Bremen 1V werden wollte ist unbestritten aber das reicht nicht zur Begründung zumal er auf Aktionen der Gates und die Reaktionen des Buvos keinen Einfluss hatte.
    Das die Aktionen der Gates gut waren wie sie waren wird auch selbst bei den “progressiven”/Foyerpiraten nicht von allen geteilt. Aber hier ist Kritik sofort Hochverrat mit Diffamierungen als Nazi und Rechter. Das passt leider gar nicht zu einer demokratischen Partei.

    Zu dem Treffen der Foyerpiraten wurde zahlenmässig schon einiges gesagt. Wenn es für dich “die gefühlte Hälfte der Piraten” war ist das nachvollziehbar, bestätigt aber eher den Gesamteindruck “aus deiner Ecke”, dass es sich um eine laute Minderheit handelt, die sich selber für eine Mehrheit hält. Das meine ich nicht aggressiv als Vorwurf sondern als konstruktive Kritik den subjektiven Zustand mit dem objektiven anzugleichen.

    Zu den Vorwürfen, dass Stimmvieh mit Bussen herangekarrt wurde, wurde auch schon einiges gesagt. Allerdings finde ich es wirklich verachtend, dass der kBuvo den aBPT gezielt in den Einzugsbereich “seines Flügels” legt (was ja auch die Akkreditierungen untermauern) und das dann so gegen organisierte Anreise Stimmung gemacht wird um gezielt Mehrheiten zu produzieren. Zum Glück haben sich viele Piraten davon nicht einschüchtern lassen.

    Was ich noch auffällig fand beim aBPT:
    Der Umgang mit Gewalt trennt einen kleinen Teil vom Rest der Piraten.
    Für diesen kleinen Teil ist Gewalt ok, solange es für ihre “Gute Sache” eingesetzt wird. Höffinghof hat nachweislich auf dem BPT141 Personen bedroht und körperliche Gewalt angedroht. Er versuchte aber zu skandalieren, dass eine andere Person im Vorfeld des aBPT auf Twitter Äusserungen machte, die man als Bedrohung auslegen kann, welche umgehend zu Aktionen des kBuvo führten. A.Domscheid-Berg findet es beängstigend, dass es Buh-Rufe gibt auf einem BPT. Hier wird gezielt mit einer Opferrolle gespielt um Menschen moralisch auf ihre Seite zu zwingen.

    Auch Antwortet ein Kandidat auf die Frage, wie er zu Gewalt stehe: “Wenn mich 3 Nazis angreifen dann bin ich für Gewalt”. Dieses zeigt wieder das Hauptproblem: die Methoden.

    Wie kann man hier Sekor CSU Methoden und Hinterzimmer Politik vorwerfen, wenn der kBuvo und “die progressiven” selber so handeln?

  26. Anke Pohl says:

    Lieber Simon,

    wenn schon spekulieren und “spinnen” (das ist ja auch grundsätzlich nicht verkehrt, denn “Ohne Spekulation gibt es keine neue Beobachtung.” – Charles Darwin), dann fehlt hier noch eine 3. entscheidende Verschwörungstheorie, in der die Beteiligten deiner “Berlin-” und “Sekor-” Verschwörung” gar unter einer Decke steckten. “Guter Mann – böser Mann” – Doppelstrategiespielchen wären schließlich um Einiges effektiver als nur “Spaltung”, wenn es darum ginge, unbequeme Themen wieder loszuwerden oder zumindest aufzuweichen… haha ;-)

    Weitere funktionierende Methodiken (denn am erfolgreichsten ist wohl immer die Kombination mehrerer Methoden) braucht man gar nicht bei Machiavelli suchen – die findet man vereinfacht dargestellt schon in der aktuellen Kindereinschlaflektüre meiner kleinen Tochter “Das große Buch vom kleinen Raben Socke”… (z.B. Angst machen, lächerlich machen, ablenken, beschäftigen, Lügen x-mal wiederholen, Wortumdeutungen, so tun, als sein man Befürworter – um Projekte richtig gegen den Baum zu fahren, schmeicheln, erpressen, usw.usf…).

    Nun ja, hätte der Geheimdienst oder noch unwahrscheinlicher: irgendein Personenklüngel (Sekor, Berliner Klüngel) allein wirklich Interesse daran, eine demokratisch agierende Partei/Bewegung mit Reformgedanken/-ideen zu spalten oder gar zu zerstören – wohl eher nicht oder?
    Sind die von der Piratenpartei aufgegriffenen Themen systemkritisch oder vielmehr auf den Schutz, die Erhaltung, den Ausbau von Demokratie gerichtet – systemkritisch also nur in Bezug auf scheindemokratische, bananenstaatmäßige, korrupte Zustände? Die Frage, welchen “Interessentenkonglomeraten” man nun mit welchen Themen auf die Füße tritt, würde weiterhelfen und natürlich die Frage, welcher Methoden sich diese “Konglomerate” angesichts der Bedingungen, des Aufbaus /der Strukturen in dieser Partei/Bewegung bedienen würden…
    Merke: Ein Thema zu verbrennen bedeutet nachhaltigkeitsmäßig mehr, als einfach nur eine Gruppe zu bekämpfen, die dieses Projekt aufgreift! Würde es also in Bezug auf das “Erfassen komplexer Zusammenhänge” und angesichts der gravierenden Probleme evtl. Sinn machen, recherchemäßig mal nach rechts und links zu schauen, statt sich weiterhin nur im eigenen Saft wenden und spalten zu lassen und plumpe Verschwörungstheorien zu befördern? Fragen über Fragen …

    LG Anke

  27. Ey says:

    Was heist 2011 Hat nich stadtgefunden?

    es HAT stadtgefunden; und uns in das tiefe Tahl geführt,..
    Wir Wollen da Nich drin bleiben… 2011 Hat stattgefunden; nun geht es und wieder besser!

  28. Andreas1964 says:

    Sehr geehrtes MDA Kowalewski,

    wie verblendet muss ich bis zu Ihrem Blog-Beitrag gewesen sein, die „verbürgten, nachprüfbaren Fakten“ zu ignorieren: Dass auch ich als Nicht-Berliner Mitglied der Partei „aufgrund fehlender politischer Bildung … flächendeckend an die Extremismustheorie“ glaube. Noch schlimmer: Bis heute glaubte ich, ich glaubte nicht daran.

    Aber Ihr Beitrag hat mir die Augen geöffnet: Warum mein bisheriges politisches Leben zum Scheitern verurteilt war. Die Mitgliedschaft in Gewerkschaft und SPD in jungen Jahren geht vielleicht noch als Jugendsünde durch. Weniger die Annahme eines Stipendiums mit zugehörigen Indoktrinationsseminaren der reaktionären Friedrich-Ebert-Stiftung und die Arbeit in einer undogmatischen(!) scheinbar nur auf dem Papier linken Fachschaft. Statt mich einer puristischen politischen Bildung in Berlin zu unterziehen, dann der Umzug nach England ins Mutterland des Marktkapitalismus. Die Mitgliedschaft in der Labour Party – alles den Blick auf die Wahrheit vernebelndes Opium. Der Weg in die Selbständigkeit – logische Konsequenz einer durchweg falsch gelaufenen politischen Sozialisation in obskuren Kreisen. Glücklicherweise verhinderte die vor einigen Jahren zumindest zeitweise aufflackernde Weisheit von Parteigenossen mit fundierter politischer Bildung, dass ich den Versuch eine AG Selbständige bei den Piraten zu intensiv vorantrieb, um die Partei an dieser Stelle nachhaltig zu schädigen. Obwohl, wer weiß: Vielleicht bin auch ich mitschuldig, dass wir alle Wahlen der letzten Zeit abseits Berlin „verkackt“ haben, wie es unser verkannter politischer Meister Lauer ja so trefflich formulierte.

    Was nun? Gibt es irgendeinen Weg, wie ich meine Schuld sühnen kann? Bieten Berliner Kader Bildungs-Camps an, auf denen fehlgeleitete, politisch kümmerliche Existenzen wie ich Buße tun können und die wahre Lehre aus erster Hand in uns aufsaugen können? Wie organisieren wir den Widerstand gegen das totalitäre Regime der Bayern-Piraten, die lieber bierselig auf der Isar Floß fahren und über Netzpolitik schwadronieren anstatt sich wöchentlich im konkreten Kampf gegen das System zu stählen?

    Sehnsüchtig erwarte ich Ihre Anleitung, Meister MDA.
    Andreas1964

  29. Oliver says:

    Tach gesagt,

    ich habe mir gerade diesen Blogpost durchgelesen und dies bis zum Kommentar von Andreas1964. War nicht einfach. Ich muss schon sagen, diese übertriebene Polemik mit der hier einseitig und unter wissentlicher Unterschlagung von Argumente, welche die eigene Meinung oder “VT” welcher man sich ausgesetzt sieht, gebasht wird, ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür wie Politik funktioniert. Das wollten wir Piraten einmal anders machen.

    Ich finde es auch sehr treffend, dass der erste Kommentar, welcher dir beipflichtet aus der Feder der persönlichen Angestellten eines Herrn Höfinghoff, MDA stammt.

    Ich bin aus Berlin, ich bin Pirat und mir kannst du nicht erzählen, dass es keine Peergroup gibt. Die Peergroup ist keine (Verschwörungs)-Theorie. Sie ist Realität. Wie sonst sind die Allmachtsphantasien eines Herrn Höfinghoff, MDA zu erklären, mit dem gesamten Landesverband austreten zu können? Geradezu lächerlich. Da überschätzt sich dein Herr Kollege.

    Ich trat einer Partei bei, die per Satzung von sich sagte keinen Wert auf Geschlecht, Herkunft oder (sexuelle) Idendität zu legen. Die sich um Bürgerrechte und Wahrung unserer Freiheiten (auch im Internet) kümmern wollte uns sich noch selber ernst nahm. Doch die „Arroganz der Mächtigen“ innerhalb der Partei und deren leider geglückter Versuch keine laute Konkurrenz zuzulassen haben die Partei in den Absturz geführt, dem sie sich heute ausgesetzt sieht. Keine Kaffeekränzchen aus Bayern, sondern Hinterzimmerpolitik aus Berlin und die gezielte Sabotage der öffentlichen Meinung über die Partei. Der Eindruck, der als unbeteiligtes Mitglied entsteht, ist dass gezielt versucht wurde die Partei, die wir 2011 hatten, von innen heraus zu zerstören.

    Herzlichen Glückwunsch! Ihr rücksichtslosen, selbstgefälligen Linksextremen habt es geschafft. Das mit den „Piraten“ in der öffentlichen Meinung wird nichts mehr.

    Kein Fussbreit, den Extremisten. Nicht den Rechten und erst recht nicht den (antideutschen) Linken.

    Ich will meine Partei der Mitte wiederhaben. Der Name ist aber dahin. Schade.

    MfG

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