Unsere Selbstverpflichtungserklärung zur Aufstellungsversammlung Berlin

Ich bin Teil (und frauenpolitischer Sprecher) einer Piratenfraktion mit einer Frau und 14 Männern. Es wurden im Februar 2011 auf der Aufstellungsversammlung zwar alle Frauen, die kandidiert haben, auf die Landesliste gewählt, aber das waren eben nur zwei von 29 Kandidierenden insgesamt, also 6,9%. Eine dieser Frauen hat dann noch vor der Abgeordnetenhauswahl im September ihre Kandidatur zurückgezogen, sodass, obwohl die Berliner unsere komplette Liste leergewählt haben, nur 6,7% der Piratenfraktion weiblich sind. Zum Vergleich: 51% der Berliner Bevölkerung sind weiblich. Ich glaube nicht, dass da kein System dahinter steckt.

Diese Situation ist natürlich untragbar, und seit der Wahl wurde die Öffentlichkeit und der Rest der Politik nicht müde, uns diesen Fail vorzuwerfen. Zu Recht! Allerdings können wir ihn in dieser Legislatur nicht mehr ändern, ausser es träten so lange Männer aus der Fraktion aus, bis wir einen repräsentativen Frauenanteil haben. Dann bestünde sie aber nur noch aus zwei Menschen und wäre keine Fraktion mehr. Wir haben daher große Hoffnung auf die Bundestagswahl gesetzt, die beweisen sollte, dass die Piraten eben nicht der feministische Tiefflieger sind, als der wir bezeichnet werden.

Jetzt sind aber bereits 6 Landeslisten, also mehr als ein Drittel, aufgestellt und eine kurze Hochrechnung ergibt: Bekämen die Piraten bundesweit 5%, hätte die resultierende Bundestagsfraktion einen Frauenanteil von 8,3%. Es gäbe wieder nur eine Frau! Bei höheren Stimmanteilen würde auch der Frauenanteil steigen, aber das zeigt, dass durchaus gute Frauen kandidiert haben, diese auch teilweise gewählt wurden, aber eben nicht auf die “sicheren” Listenplätze.

Daher unsere Selbstverpflichtung: Wir, die momentan 28 Unterzeichnenden, werden auf die ersten 4 Listenplätze nur Frauen wählen. Weil das nach der Berliner Fast-Nur-Männerliste eine Frage der Höflichkeit ist, wie Christopher Lauer es formulierte. Weil wir die jetzt nicht nicht mehr zu ändernden, bereits aufgestellten Listen der anderen Länder ausgleichen wollen. Und weil wir damit ein Zeichen setzen wollen:

Wir wollen die tollen Frauen in unserem Landesverband ermutigen, sich aufzustellen. Wir wollen ihnen aussichtsreiche Listenplätze zur Verfügung stellen, um die sie sich nicht mit den Männern prügeln müssen, die oft lauter und bestimmter auftreten, ihre eigenen Fähigkeiten eher über- als unterschätzen und die, wie die Erfahrung aus den zurückliegenden Aufstellungsversammlungen zeigt, wesentlich wohlwollendere Fragen gestellt bekommen.

Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, Frauen seien automatisch besser als Männer. Sie sind auch nicht automatisch anders als Männer. Wir wissen, dass die Selbstverpflichtung gerade für die Männer im Landesverband, die gerne kandidieren würden, ungerecht wirken mag. Aber bei dieser Wahl wieder mit einer Liste anzutreten, die von manchen als Penisparade bezeichnet wird, ist einfach in diesem Fall der weitaus schlimmere Ausgang. Es gibt in allen Parteien weniger Frauen als Männer. Um langfristig mehr Frauen für aktive Beteiligung in der Politik zu begeistern, müssen wir positive Rollenbilder schaffen, also erst einmal in Vorleistung treten.

Das Symbol, dass wir Piraten, die wie kaum eine andere Gruppe über tapsige bis völlig unterirdische Aussagen zu Genderthemen wahrgenommen werden, eine geschlechtergerechte und repräsentative Fraktion zustande bringen, ist wichtiger als jeder einzelne Kandidat und jedes einzelne Fraktionsmitglied. Dieses Symbol könnte auch die Menschen, die sich aufgrund der Sexismusvorwürfe enttäuscht von den Piraten abgewandt haben, dazu bewegen, uns wieder als wählbare Alternative wahrzunehmen und damit mehr Piraten, Männer wie Frauen, in den Bundestag bringen.

Uns wird vorgeworfen, wir würden eine Quote fordern. Dabei ist die Selbstverpflichtung gerade das Gegenteil der Quote. Ich wähle aus Vernunft nur Frauen und werbe dafür, dass auch andere dies freiwillig tun. Sollte das Experiment aber scheitern und wir auch hier in Berlin den üblichen weißen Männerklüngel wählen, werde ich es als bewiesen ansehen, dass es tatsächlich ohne Quote nicht geht und mich beim nächsten Mal dafür einsetzen.

Ein weiterer Vorwurf ist, dass wir uns einseitig auf das Geschlecht konzentrieren und nicht auch auf andere strukturell diskriminierte Gruppen, zum Beispiel Queer-Menschen oder solche mit Migrationshintergrund. Wir wollen damit auf keinen Fall diese Menschen ausschließen, fokussieren uns aber zuerst die deutlichste und krasseste Diskriminierung.

Es wird auch von manchen Piraten immer wieder darauf herumgeritten, dass man lieber nach Kompetenz als nach Geschlecht wählen sollte. Kompetenz ist aber keine objektive Messgröße. Kompetenz ist auch nicht vorhersagbar. Wie gut oder viel jemand mal im Wahlkampf Plakate geklebt hat sagt absolut nichts darüber aus, wie diese Person in der völlig anderen Welt der parlamentarischen Bundespolitik performen wird. Ich bin mir sicher, dass wir genug kompetente Frauen haben und sie dazu bringen können, zu kandidieren, wenn wir ihnen zeigen: Ja, wir wollen Euch auf der Liste und im Bundestag.

27 Responses to “Unsere Selbstverpflichtungserklärung zur Aufstellungsversammlung Berlin”

  1. Ano Nym says:

    Das ihr damit die “tollen Frauen” unter einen Druck setzt und schon vorab mit dem Siegel abstempelt, dass sie wegen ihres “Frau-Seins” gewählt werden und nicht wegen ihrer Qualifikationen, ist euch schon klar? Wenn nicht, dann hoffentlich jetzt. Und ja, es gibt Frauen die wegen solchen Aktionen nicht nur sagen “ich will nicht wegen meines Geschlechts gewählt werden” sondern auch welche, die genau deshalb keinen Bock mehr haben, immer nur auf ihren Geschlechtsorgane und Gene reduziert zu werden. Und das sind nicht die reinen “Beitragszahler” oder “Ausweishaber”, sondern genau die tollen Frauen mit Kompetenzen und die wegen ihrer Kompetenzen was können.

    Danke fürs Verschrecken und Verjagen! Toll!

  2. […] der Berliner Bevölkerung sind weiblich. Ich glaube nicht, dass da kein System dahinter steckt.[..] Simon Kowalewski, Pirat Artikel als […]

  3. Was wollen Sie überhaupt?

    Sollen jetzt die Männer wieder die Verantwortung dafür übernehmen, was die Frauen nicht “gebacken” kriegen, beziehungsweise vielleicht gar nicht wollen? Wenn Frauen gewählt werden wollen, dann müssen sie kandidieren, so sind die Regeln nun mal. Wenn Frauen aber nun nicht kandidieren wollen, was wollen sie tun? Zwangskandidaturen? Per Quotensänfte Frauen dahin tragen, wo sie gar nicht hinwollen?

    Wo ist denn Ihr logisches Denkvermögen? In die Hose gerutscht?!??

  4. Degenhardt says:

    Seid ihr betrunken? Wie kommt man auf sowas?
    Die Piraten möchten offensichtlich doch nicht gewählt werden!

  5. Karl Est says:

    Schade. Ich habe die Piraten gewählt, weil ich sie als einzige Möglichkeit betrachtete, NICHT den Feminismus zu wählen.

    Denn egal, welche Partei man heute wählt, man wählt immer automatisch auch den Feminismus, der inzwischen jede (größere) Partei infiltriert hat.

    Eine komische Demokratie, wenn man keine Wahl hat. :)

    Da kann man das Wählen gleich sein lassen.

  6. Bob says:

    …”ungerecht wirken mag”…es wirkt nicht ungerecht es sit schlicht und einfach Geschlechterrassismus…was ja in der politischen Landschaft und den Medien nicht neues und vertretbar ist so lange es sich gegen Männer richtet ist…jedoch ist es bei den Piraten etwas neues und die logische Schlussfolgerung dass diese ebenfalls nicht mehr Wählbar ist…

    …”zuerst die deutlichste und krasseste Diskriminierung.”…und diese besteht worin…kleines Gegenbeispiel ca. 90% der Gefängnisinsassen sind männlich wenn man nach ihrer Logik vorgeht muss es sich hierbei um ein ziemlich fehlerhaftes und Männerfeindliches Justizsystem handeln..-.-….

    grüße

  7. Gast says:

    Das war’s dann mit wohl der Demokratie. Wenn ich ne feministische Quotenartei wollte, könnt ich die Grünen, SPD oder Linke wählen.

  8. Wurst says:

    Eine doofe, schwachsinnige, aber eben auch nötige Aktion. Wenn man die überkommenen gesellschaftlichen Rollenbilder anders nicht überwunden kriegt, ist so eine extreme Aktion wohl besser als nichts…

  9. @Simon (((“Ich glaube nicht, dass da kein System dahinter steckt.”)))

    Du hast recht. Da steckt ein System dahinter. Es nennt sich “Genetik” und “angeborene weibliche Eigenschaften” (z.B. geringerer IQ, größere Feigheit, geringeres Interesse etc).

    Dass dir das nicht bewusst ist, zeigt wie sehr du die lesbo-sozialistische Propaganda von der “Gleichwertigkeit der Geschlechter” gefressen hast.

    Solche Frauenspeichellecker wie _DU_ sind ein Grund, die Piraten niemals zu wählen.

    Tritts du demnächst auch für Arierquoten ein, damit das hinter dem Bankenjudentum steckende System auch durchbrochen wird?

  10. John says:

    Hey, da wollte ich doch glatt die Piraten wählen, weil ich noch der Meinung war hier würde noch Vernunft herrschen. Aber ok, dann eben nicht. Männerbenachteiligungsquoten und andere diverse Männerdiskriminierungen gibt´s auch bei den anderen Parteien en masse.

    Herr Kowalewski, Sie schrieben oben, daß Sie sich auf die “deutlichste und krasseste Diskriminierung” konzentrieren wollen, und daher Frauen nach oben pushen, Queer-Menschen jedoch nicht. Wieviel Queer-Menschen gibt es denn auf Ihrer Liste? Ich habe da keinen einzigen gesehen. Und wieviele sind da Migranten? Stimmt, auch weniger als die 4 Plätze, die jetzt Frauen s(exclusiv) einnehmern sollen. Was ist eigentlich mit Menschen mit schwarzer Hautfarbe? Mit Vätern denen menschenrechtswidrig kein Sorgerecht für ihre Kinder haben?
    Irgendwie ist Ihre Liste da alles andere als ausgegoren…

  11. Olliwaack says:

    Mir geht das auch gehörig gegen den Strich. Nachdem ich mich etwas zurückgenommen und nachgedacht habe, muss ich die Aktion zwar nicht befürworten, werde sie aber mittragen mangels Alternative.
    So ein Vorschlag ist provokant, gewiss. Aber er rechtfertigt kaum die überschießenden Reaktionen bis zur Androhung von Unwählbarkeit oder Austrittsdrohungen. Lächerlich und unsachlich. Ermüdend und Dekonstruierend. Absicht?
    Diese Angstreaktionen unter der dünnen aggressiven Patina (bin selbst nicht frei davon) führen immer wieder zu Fremdschämen.
    Mir fällt es auch schwer hier Feminismus zu erkennen, es ist eher so ein Gerechtigkeits-Ding. Und ohne Zweifel politisch-radikale Avantgarde.
    Jedenfalls ist dieses Thema/Problem nicht zum Spalten da, sondern will angegangen werden. Handeln und so. Bisher hier im Strang keine vernünftigen Gegenvorschläge aufgetaucht, und so lange hat Simon dafür meine Zustimmung.

    • Bob says:

      …”unsachlich”…was ist daran unsachlich wenn man sich nicht dazu entschließen kann ein Partei zu wählen welche sich dann ebenfalls für “Geschlechterrassismus” einsetzen würde bzw. durchführen würde…

      …” Angstreaktionen”…davon kann keine Rede sein wenn man sich nur gegen “Geschlechterassismus” ausspricht und es nicht befürworten kann…

      • Olliwaack says:

        Geschlechterrassismus. Was soll das sein? Rasse ist wohl kaum das Gleiche wie Geschlecht.
        Ergibt für mich keinen Sinn und ist abwertendes Gewurstel. Aus Angst. Da bin ich sicher.

        Vorschläge? Alternativen?

        • Bob says:

          …Angst vor was…??….ich habe nichts gegen Frauen in z.B Führungspositionen etc. (falls sie mir dies unterstellen wollen) wenn sie sich diese auch verdient haben…nur etwas gegen bevorzugung auf grund des Geschlechtes…

          …vorschläge, Alternativen…für was…das mehr frauen in Führungen kommen…?…wir sind nun einmal nicht im Kindergarten und Führungspositionen muss man nicht an die Hand nehmen…es muss allen die Möglichkeit gegeben werden eine bestimmte Position erreichen zu können etc…was grössten teils gegeben ist ….aber den Rest muss dann jeweilige Person schon selber zu stande bringen….

          • Olliwaack says:

            Verstehe. Nur kann und will ich ihrem Leistungsorientierten Weltbild nicht folgen. Einmal weil die Deutungshoheit, was Leistung(TM) ist, bei WEM? liegt, Und zum Anderen weil die Leistungsgesellschaft, wie wir sie kennen, fertig ist und es Zeit wird mal was zu wagen.
            Dann fehlt mir einfach das Verständnis für Männer, die so tun als würden sie wegen ihres
            Geschlechtes rassistisch diskriminiert. Aus Gründen.
            Sie sagen, die Frauen sollen sich mehr engagieren, oder beteiligen, wie ein Anderer hier schreibt. Sie sollen sich die Position “verdienen”. Frauen die sich hoch-dienen, geile Sache, hm? Privat können sie freiwillig mit frei Willigen machen was sie wollen. Mach ich auch.
            Dies zeigt mir aber, wie wenig sie über die Arbeit von Frauen in Squads und AG´s wissen. Es ist schlicht unwahr, dass Frauen sich innerparteilich nicht, oder nicht “genug” engagieren.
            Ich würde mich freuen wenn die diskriminierten Männer sich angstfrei mit den Realitäten auseinandersetzen würden.
            Danke

    • John says:

      Doch, natürlich rechtfertigt eine geschlechterbedingte Diskriminierung die Unwählbarkeit oder den Austritt. Wenn nicht so ein Sexismus, was denn dann?
      Und wenn hier Herr Kowalewski sich selbst als radikalen Feministen bezeichnet, Sie jedoch keinen Feminismus erkennen können, dann finde ich das schon sehr merkwürdig.

      Alternativen? Wie wäre es wenn Frauen sich einfach mal mehr beteiligen würden, anstatt durch immer neue Quoten-Krücken hochgehievt zu werden? Wenn bei Frauen daran kein Interesse besteht, warum kann man das denn nicht einfach akzeptieren? Dann ist das eben so. Wo ist das Problem?

      Ich persönlich bin schon seit 2008 (Bürgerschaftwahl HH) Piratenwähler, aber wenn Männer bei den Piraten in dieser Art und Weise diskriminiert werden, dann war´s das für mich.

      • Olliwaack says:

        Das mag dir merkwürdig vorkommen weil du grade Feminismus mit politischer Avantgarde in einen Topf wirfst. Der Anlass mag feministisch sein, die Idee ist rein politisch, und hat mit Quote rein gar nichts zu tun. Schreibt er ja auch klar und deutlich.
        Was das engagieren angeht, siehe Antwort auf BOB.

        • John says:

          Feminismus ist in der Tat keine Avantgarde, ganz im Gegenteil.
          Der Plan die Honigtöpfe für eine bestimmte Personengruppe zu reservieren, ist aber ebenfalls keine Avantgarde. Im Gender-Sprech nennt man sowas “positive Diskriminierung”, wobei bei dieser merkwürdigerweise stets die Männer diskriminiert werden, und dies dann auch noch irgendwie positiv sein soll.

          Avantgarde wäre es mal zu realisieren daß es durchweg Männer sind, die Parteien gründen und Unternehmen starten. Und wenn das dann halbwegs läuft, dann fordern die Frauen “ihren gerechten Anteil”, (wofür eigentlich?, ) und dann kommen auch noch diverse Männer, die da irgendeine Ungerechtigkeit erkennen und sich als Frauenhelfer profilieren wollen, auf Kosten anderer Männer natürlich, die zurückstecken müssen.

          Frauen muß geholfen werden, Männer sollen es gefälligst alleine schaffen. Das ist ein uraltes Spiel. Kann man auch in nahezu allen anderen Parteien beobachten.

          Und was das weibliche Engagement angeht, so hat Herr Kowalewski doch geschrieben, daß nur zwei (und danach eine) Frau angetreten ist. Wo war denn da das Engagement, bitteschön?

          • Olliwaack says:

            Innerparteilich, in Ags´ und Squads.
            Es gelingt dir nicht Feminismus und diese Aktion als politischen Paukenschlag zu trennen.
            Schade.
            Letzte Frage: willst du dich mit den von dir geschilderten Zuständen abfinden oder wünschst du dir Veränderung?

          • John says:

            Das Frauen sich innerparteilich in AG´s und Squads engagieren, steht doch außer Frage, nur machen das Männer eben auch. Was rechtfertigt also das Reservieren von Listenplätzen für Frauen?

            Trotz diverser Förderprogramme in anderen Parteien sind Frauen im Schnitt unterdurchschnittlich aktiv und unterdurchschnittlich oft Parteimitglied, selbst bei den GRÜNEN sind sie in der Minderheit. Auch nach Jahrzehnten hat sich daran trotz aller Förderung nichts geändert. Warum kann man diese anders gelagerten weiblichen Präferenzen nicht einfach mal akzeptieren?

            Das mit dem Trennen von politischer Aktion und Feminismus ist doch ein Fake. Herr Kowalewski als, nach eigenen Angaben, radikaler Feminist startet diese Aktion, u.a. deswegen weil er befürchtet daß die Piraten als “feministische Tiefflieger” wahrgenommen werden, und dann soll das alles nichts mit Feminismus zu tun haben? Nicht ernsthaft, oder? Ich fürchte Du realisierst nicht, daß es sich sowohl um eine politische Aktion als auch um Feminismus handelt.

            Was die Veränderung angeht:
            Ich persönlich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn die Piraten mit einer 100%igen Frauenliste antreten würden, dann aber bitteschön ohne irgendwelche Einflußnahme. Warum wird es überhaupt problematisiert, welchem Geschlecht die Kandidaten auf den Listen angehören?

            Und wenn Einflußnahmen doch gemacht werden: Wann kann ich als Mann denn dann mal hoffen bevorzugt zu werden? Angesichts einer geringeren Lebenserwartung von 5,5 Jahren, einer männlichen Berufsunfallquote von 91%, einer Abiturquote von Jungen von lediglich 41%, einem Männeranteil von 73% bei Leiharbeitern und einem Männeranteil von lediglich 20% bei Neueinstellungen im öffentlichen Dienst, wäre hier mal ein breites Feld um Diskriminierungen gegenüber Männern abzubauen. Herr Kowalewski, wo bleibt da denn Ihr Engagement?

  12. Christian says:

    “Es wurden im Februar 2011 auf der Aufstellungsversammlung zwar alle Frauen, die kandidiert haben, auf die Landesliste gewählt, aber das waren eben nur zwei von 29 Kandidierenden insgesamt, also 6,9%”

    Dann ist doch der Umstand, dass Frauen nicht gewählt werden offensichtlich nicht das Problem.
    Wäre es da nicht sinnvoller, wenn alle eine Liste unterschreiben, solange auf geeignete Kandidatinnen einzureden, bis diese sich zur Wahl aufstellen lassen bzw. geeignete Kandidatinnen aufzubauen und bekannt zu machen?
    Es scheint weniger ein Wählerengpass als ein Kandidatinnenengpass zu sein.

  13. Lukasz says:

    Klingt für mich ebenfalls als würdet ihr die Frauen mit Gewalt dahin befördern wollen, wo sie offenkundig garnicht hinwollen.
    Wie war das mit Post-Gender? Ich bin bereit jede Aktion mit zu tragen, die Menschen bestraft, weil diese andere wegen ihrem Geschlecht, der Hautfarbe, Religion oder Weltanschaung benachteiligen.
    Aber eine Frauenquote ist sexistisch und diskriminierend für beide Geschlechter.
    Sollte die Piraten Partei eine Frauenquote einführen muss ich austretten, um mir selbst treu zu bleiben.

  14. Bob says:

    @Olliwaack

    “Was rechtfertigt also das Reservieren von Listenplätzen für Frauen?”

    …dise Begründung würde mich doch dann jetzt auch brennend interessieren…???

  15. Bob says:

    @simon

    ” fokussieren uns aber zuerst die deutlichste und krasseste Diskriminierung.”

    …und diese besteht worin?

  16. @Olliwaack (((“Letzte Frage: willst du dich mit den von dir geschilderten Zuständen abfinden oder wünschst du dir Veränderung?”)))

    Mit dem Wort “abfinden” implizierst du, dass es in irgendeiner Weise schlecht sei, dass es irgendwo weniger Frauen als Männer gibt.

    Beweise das erst einmal. Dann können wir weiterreden.

    Bislang ist es nämlich genau umgekehrt: Jeder Bereich, in dem sich mehr Frauen befinden, geht den Bach hinunter: Schulen, Politik, Zeitungen usw.

    Jeder Bereich, wo sich nicht so viele Frauen befinden (Computerhardware, Software, Großmaschinen, CGI, Internetgeschwindigkeit, Waffenentwicklung, Leitung von Großunternehmen) macht so einen Abstieg nicht mit.

    In diesem Sinne sollte man tatsächlich eine Frauenquote befürworten: Nämlich eine Frauenquote von 0.1%, damit es wieder aufwärts geht.

    Aber anscheinend sind den Sozialisten sind Utopien (“Wir brauchen mehr Pferde auf Bäumen! Eichhörnchen sollen etwas von ihren Zapfen abgeben!”) wichtiger als Tatsachen:

    http://bloganddiscussion.com/frauenhaus/280/die-wertlosigkeit-der-frau-in-kultur-und-zivilisation-oder-manner-sind-besser-als-frauen-in-jedem-bereich/

  17. Bob says:

    …was eine überraschung (*ironie*)…dass wenn nach einer “spezifizierung” der Behauptung “Frauen seien soooo benachteiligt und würden soooo diskriminiert werden” nichts mehr kommt…-.-…*facepalm*

Was denkst du?